Die Gewinner des Landbaukulturpreises 2022/2023

1. Preis
Neubau des Landschaftspflegehofes Adelegg – Ziegenstall mit Heubergehalle, Käserei, Hofladen und Café (Kreuzbachthal, Bayern)

Der neu gebaute Landschaftspflegehof Adelegg in Kreuzbachthal ist ideal in die Topografie der Landschaft eingebunden. Die einfache, aber sehr funktionale Bauweise von Ziegenstall und Käserei mit heimischen Baumaterialien schaffen eine besonders angenehme Umgebung für Mensch und Tier.

Mit den Ziegen werden die unter Naturschutz stehenden Magerwiesen des Kreuzbachthals gepflegt. Das gesamte Projekt ist ein Musterbeispiel für bürgerschaftliches Engagement und die Verzahnung von Landwirtschaft und Naturschutz. So wird die Entstehung von Lebensmitteln erlebbar gemacht.

Bauherr/-frau: Kreuzthaler Bürgerstiftung KulturLandschaft Adelegg, Buchenberg
Architektur: Ziersch ArchitektenPartnerschaft GmbB, Gräfelfing, Giacomo Nüsslein, Architekt, München

2. Preis
Umbau eines denkmalgeschützten Hofes für zwei Wohnungen (Ahlen, Nordrhein-Westfalen)

Beim denkmalgerechten Umbau eines typisch westfälischen Hofes (Wohnhaus mit angrenzender Tenne) entstanden zwei Wohnungen.

In der handwerklichen Ausführung gingen Eigentümer und Architekt sehr behutsam mit der historischen Bausubstanz um. Das zeigt sich unter anderem bei der Neuanfertigung denkmalgerechter Fenster und Außentüren.

Neue Bauteile, wie z.B. die neue Treppe auf der Tenne, die lichtbringenden neuen Fenster in den beiden Giebeln wie auch das verglaste „Tennentor“, setzen bewusst einen vorsichtigen gestalterischen Kontrapunkt.

Bauherr/-frau: Georg Breloh, Ahlen
Architektur: Christian Tripp Architekten, Ahlen

3. Preis
Um- und Neubau des Weinhofs Locknbauer (Pichla, Steiermark, Österreich)

Der typisch steirische Bauernhof mit seinem langen Wirtschaftstrakt mit Stallungen und Tenne wurde in ein neues Betriebsgebäude zur Produktion sowie zur Weinverkostung umgebaut. Die Abfolge von Kühlraum, Verarbeitungshalle, Gärkeller, Fasslager, Präsentationsraum und Gastraum erforderte eine stirnseitige Verlängerung des Baukörpers (Neubau). Das Volumen des Altbestandes wurde gänzlich in das neue massive Sockelgeschoss eingliedert; auf diesem ruht ein offener Holzdachstuhl, umhüllt von einer Lärchenholzfassade – insgesamt ein sehr respektvoller Umgang mit dem historischen Altgebäude.

Bauherr/-frau: Lukas Jahn, Pichla
Architektur: Mascha Ritter, M. Sc. Architektur, Berlin; Stephan Piber Architekt, Graz (Bauantrag und Beratung)

Anerkennung
Neubau einer Maschinen- und Gerätescheune (Isny, Baden-Württemberg)

Die neue Gerätescheune wurde aufgrund der begrenzten Fläche in den Hang eingebunden. Großzügige Tore öffnen das Gebäude Richtung Tal. Der Bau ist gegen den Hang im Sockelbereich betoniert, darauf befindet sich ein Holzbau. Das vergraute Holz fügt sich gut in die nachbarschaftlichen Bauten ein. Das gilt auch für die bündig eingebaute Photovoltaikanlage.

Bauherr/-frau: Hans-Georg Schmitz, Isny
Architektur: GMS Architekten PartGmbB, Isny

Anerkennung
Umbau einer Fachwerkscheune zu Büroraum (Öhringen, Baden-Württemberg)

Beim weiteren Ausbau einer historischen Fachwerkscheune zur Büronutzung wurde die Giebelwand neu unterfangen. Im Sockel entstanden dabei markante neue Fensteröffnungen, die von außen betrachtet ein Bild tanzender Fenster ergeben und im Kontrast zu der strengen Anordnung der Fachwerköffnungen stehen.

Bauherr/-frau: Roland Steinbach, Öhringen-Obermaßholderbach
Architektur: Steinbach Bernhardt Architekten, Öhringen und Tobias Finckh, Architekt M. Sc., Bregenz

Anerkennung
Revitalisierung einer ehemals landwirtschaftlich genutzten Scheune zu neuem Wohnraum (Gescher, Nordrhein-Westfalen)

In die 1962 errichtete Scheune wurde ein „Haus im Haus“ Konzept eingebunden, ohne stark in die alte Bausubstanz einzugreifen. Das komplett belassene Holz-Sprengwerk des Dachtragwerkes wurde dabei nur in Randbereichen in die Innenarchitektur einbezogen. Der neu eingestellte Wohnkubus erzeugt so ein spezielles Wohngefühl.

Bauherr/-frau: Familie Konert, Gescher
Architektur: Brüning + Hart Architekten, Münster